Statistik

Warum zählt Analytics weniger Besucher?

Abweichung ist normal Einwilligung Ladezeit
Abweichung zwischen Analytics und Kampagnenstatistik
Messung Zwei Systeme, zwei Messpunkte, zwei Zahlen.

Diese Frage kommt immer wieder: Die Kampagnenstatistik meldet eine Zahl, das eigene Analytics eine kleinere — wo ist die Differenz geblieben? Die beruhigende Antwort: nirgends. Beide Systeme messen korrekt, sie messen nur an unterschiedlichen Punkten und unter unterschiedlichen Bedingungen. Eine Abweichung ist deshalb kein Fehler, sondern der Normalfall — und zwar bei jeder Traffic-Quelle, nicht nur bei gekaufter Werbung. Hier steht, woher der Unterschied kommt und was du tun kannst, um ihn zu verkleinern.

Zwei Systeme, zwei Messpunkte

Unsere Statistik zählt in dem Moment, in dem ein Nutzer auf deinen Werbelink klickt und zu dir geschickt wird. Dein eigener Zähler springt erst an, wenn der Besucher angekommen ist und die Seite fertig geladen hat. Zwischen diesen beiden Punkten liegt eine ganze Strecke — und auf der geht ein Teil verloren.

Beispiel 1: Der Besucher kommt unterwegs abhanden

Ist deine Seite in dem Moment nicht erreichbar oder überlastet, wird der Klick bei uns gewertet — angekommen ist der Besucher aber nie. Dasselbe passiert bei langen Ladezeiten: Wir vermitteln über eine schnelle Anbindung, wartet der Nutzer dann mehrere Sekunden auf deine Seite, springt er vorher ab.

Unsere Statistik: 1 Klick. Dein Zähler: 0. Beide Zahlen sind korrekt.

Beispiel 2: Dein Zähler fasst zusammen, wir nicht

Ein Netzwerk wirbt auf vielen Seiten gleichzeitig. Surft jemand parallel auf Seite A und Seite B und klickt deine Werbung an beiden Stellen an, sind das zwei gültige Klicks — zwei verschiedene Werbeflächen, zwei Vermittlungen. Dein interner Zähler arbeitet aber vielleicht mit einer eigenen Reloadsperre von vier Stunden und zählt dieselbe IP in dieser Zeit nur einmal.

Unsere Statistik: 2 Klicks. Dein Zähler: 1. Auch hier hat niemand falsch gemessen.

Der größte Einzelgrund: fehlende Referrer

Analytics-Tools ordnen Besucher über die Referrer-Information zu — also die Angabe, von welcher Seite jemand kam. Fällt diese Angabe weg, landet der Besucher im Sammelbecken „Direct Traffic“ oder taucht gar nicht erst auf. Und sie fällt öfter weg, als man denkt:

  • bei serverseitigen Weiterleitungen und 302-Redirects
  • bei Kurzlink-Diensten
  • beim Sprung von einer unverschlüsselten zu einer verschlüsselten Verbindung
  • bei Aufrufen aus E-Mail-Programmen, Apps und mobiler Werbung
  • bei Ad-Servern, die den Referrer grundsätzlich entfernen

Werbenetzwerke arbeiten technisch mit genau solchen Verfahren — das gehört zur Auslieferung dazu. Ein Teil deiner Besucher erscheint deshalb in Analytics ohne erkennbare Herkunft oder eben gar nicht.

Was sonst noch dazwischenfunkt

  • Einwilligungsbanner: Ohne Zustimmung zählt Analytics gar nicht. Wie viele Nutzer zustimmen, hängt stark von der Gestaltung ab.
  • Skript-Blocker: Werbeblocker und Erweiterungen wie NoScript verhindern die Messung zuverlässig — der Besucher ist da, dein Zähler sieht ihn nicht.
  • Zählcode am falschen Ort: Beworben wird eine Unterseite, eingebaut ist die Messung nur auf der Startseite — oder umgekehrt.
  • Mindestaufenthaltszeit im eigenen Tool: Manche Zähler werten erst ab einer bestimmten Verweildauer. Nicht jede Werbeform arbeitet mit einer solchen Schwelle.
  • Gekaufter Traffic wird gesondert behandelt: Einzelne Tools zählen ihn bewusst nicht mit, um ihn nicht mit organischen Besuchern zu vermischen.
  • CSP und X-Frame-Options: Sicherheitsvorgaben deines Servers können die Auslieferung und die Messung blockieren — mehr dazu auf unserer Seite zu Content Security Policy.

Das Wichtigste zum Schluss

Wenn deine Auswertung weniger Besucher ausweist, heißt das nicht, dass du sie nicht bekommen hast. Es heißt, dass dein Tool sie nicht vollständig erfasst. Es sind hunderte Zähl-Tools im Umlauf, die sich in Erfassung, Arbeitsweise und Reloadsperre teils erheblich unterscheiden.

Alles, was unsere Statistik ausweist, ist in den Werbenetzwerken tatsächlich erfolgt. Wenn dir die Zahlen dennoch nicht plausibel erscheinen, melde dich — wir sehen es uns gemeinsam an.

Häufig gefragt

Fragen zur Messung

Wie groß ist eine normale Abweichung?
Eine allgemeingültige Zahl dafür gibt es nicht — sie hängt von deiner Seite ab: von der Ladezeit, vom Einwilligungsbanner und davon, wie der Zählcode eingebunden ist. Dass beide Systeme voneinander abweichen, ist aber der Normalfall und kein Anzeichen für einen Fehler.
Welche Zahl ist denn nun richtig?
Beide messen korrekt, nur an unterschiedlichen Stellen. Das Netzwerk zählt den ausgelieferten Aufruf, Analytics erst den vollständig geladenen und eingewilligten Seitenaufruf.
Kann ich die Abweichung verkleinern?
Ja — mit schneller Ladezeit, einem Einwilligungsbanner, das die Messung nicht unnötig blockiert, und einem Zählcode, der auf allen Unterseiten korrekt eingebunden ist.
Warum steht ein Teil der Besucher unter Direct Traffic?
Weil bei der Vermittlung häufig keine Referrer-Information übergeben wird. Analytics kann die Herkunft dann nicht zuordnen und sammelt diese Aufrufe unter Direktzugriffen — das betrifft nicht nur Werbung, sondern auch Links aus E-Mails, Apps und Kurzlink-Diensten.
Wo sehe ich die Zahlen des Netzwerks?
Über den StatistikLink, den jede eingebuchte Kampagne erhält. Dort siehst du die Auslieferung live und kannst sie mit deiner eigenen Messung vergleichen.

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